Führung auf den Punkt gebracht.
7 Schritte zur Entscheidung

Entscheidungen in die Umsetzung bringen

Sollte unser emotionales Erfahrungsgedächtnis von zu viel negativen Erfahrungen geprägt sein, so sollten Sie wissen, dass auch gerade im betrieblichen Umfeld die Methodik der Organisationsaufstellung eine Lösung anbietet. Hier werden die unbewussten Handlungen des Teams untereinander und der einzelnen Teammitglieder sichtbar gemacht. Das schafft ein Verständnis für die bislang unbewussten Handlungen und Prozesse und bewirkt unmittelbar eine Veränderung. Kurzum: Wir können das emotionale Erfahrungsgedächtnis durch systemische Aufstellungen umwandeln in heilsame Wahrnehmungen.

Produktivität von Bettina Schaap, 19.05.2021
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Entscheidungen treffen und in die Umsetzung gehen.

Entscheidungen, die wir treffen, haben nur dann Relevanz, wenn wir sie tatsächlich in Umsetzung bringen. Um Entscheidungen reflektiert und in Anerkennung der Risiken, aber vor allem auch mit ganz viel Neugier, Antrieb und Spaß treffen zu können, haben wir sieben Schritte entwickelt.

Schritt 1:  Situations-Analyse

Die erste Phase einer schwierigen Entscheidung besteht in der Analyse der Situation. Erforschen Sie zunächst Ihre Wahrnehmung nach Informationen aus Ihrem emotionalen Erfahrungsgedächtnis. Was sind die positiven Antreiber für die Entscheidung? Darüber hinaus sammelt der Verstand wichtige Informationen über menschliche wie technische Informationsquellen. Seien Sie sich bewusst, dass Sie nie alle Informationen erhalten können, auch in Zeiten von Big Data nicht, denn in einer Millisekunde ist Ihre Information schon wieder veraltet. Und dennoch geht es im ersten Schritt um die Sammlung von Informationen. 

Holen Sie sich Meinungen anderer ein.

Sprechen Sie mit Mitarbeitern, Kollegen und Branchenkennern über das Thema, das zur Entscheidung ansteht. Bei vertraulichen oder strategischen Themen ist dies auch mit einer Verschwiegenheitsvereinbarung möglich. Sind es die Mitarbeiter, die Ihre Entscheidungen umsetzen, dann ist es wichtig zu wissen, wie sie darüber denken. Dabei gilt, dass alle Meinungen und Positionen erst einmal Informationen sind. Sie brauchen diese nicht zu bewerten, aber sie sollten die Position Ihrer Gesprächspartner genau verstehen und hinterfragen.

Emotionen sind wichtige Informationen im Analyseprozess.

Selbstverständlich besteht Ihre Informationssammlung nicht nur aus Fakten. Auch Emotionen sind wichtige Informationen. Freut sich Ihr Gesprächspartner über das Thema, ist er engagiert? Signalisiert seine Mimik, dass Enttäuschung, Frust, Widerstand im Spiel sind? Das hält Sie nicht davon ab, eine Entscheidung gegen die Empfehlung zu treffen. Es ist dann nur wichtig den Gesprächspartner bei der Umsetzung intensiv über die Beweggründe zu informieren. 

Auch Ihre eigenen Emotionen sind wichtige Informationen. Deshalb beobachten Sie sich in dem Analyseprozess gut. Wie selbstverständlich erscheint Ihnen das Thema? Wie geht es Ihnen bei dem Prozess der Analyse? Was verändert sich? Welche Emotionen entwickeln sich? Sind es Frust und Widerstand oder Freude und Neugier? 

Häufig hält uns Angst vor Entscheidungen zurück: „Was ist, wenn ich mich falsch entscheide?“. Doch das Risiko einer falschen Entscheidung besteht immer.

Eine schlechte Entscheidung ist immer besser als keine Entscheidung! Denn durch Entscheidungen produzieren Sie Resultate – und die können Sie korrigieren.

Schritt 2: Handlungsalternativen erarbeiten

Im zweiten Schritt der Entscheidungsfindung geht es darum, die eingeholten Informationen kreativ zu nutzen. Welche Optionen gibt es? 

Kreative Methoden wie Mind Mapping oder Brainstorming helfen Ihnen dabei, Sie in eine spielerische und freudige Stimmung zu bringen. Sammeln Sie Ideen, spinnen Sie, denken Sie quer. Bringen Sie sich einfach in richtige Laune, um was Kluges zu tun. Schütteln Sie den Druck ab, denn Druck ist nur ein Hinweis darauf, dass sich etwas ändern soll.

Schritt 3: Maßnahmenpläne erarbeiten

Jetzt geht´s an die Arbeit! Entwickeln Sie mit Vertrauten die Maßnahmenpläne. Berücksichtigen Sie aus allen Bereichen einen Ansprechpartner, denn in dieser Phase ist der Perspektivenwechsel sehr wichtig. 

Haben Sie nicht den Anspruch, an alles bereits gedacht zu haben. Viel schöner ist es, wenn die guten Umsetzungsideen von Ihren Mitarbeitern kommen. Stellen Sie Ihren Verbündeten und Experten die Frage: „Wie ist eure Meinung dazu? Was ist euer Vorschlag?“ Es geht um den gemeinsamen Blick auf die Dinge.

Schritt 4: Entscheidung treffen

Beurteilen Sie nun die Handlungsalternativen und Maßnahmenpläne und wägen Sie sie ab: Was führt vermutlich zum bestmöglichen Ergebnis? Treffen Sie eine klare Entscheidung für eine der Alternativen. Denn: Entscheiden kann ein Mensch erst dann, wenn er eine Bewertung vorgenommen hat. 

Unsere Entscheidungen erfordern immer Mut. Denn die Angst vor der Entscheidung überdeckt unsere Angst vor dem Scheitern. Es kann auch die Angst vor dem Erfolg sein, weil es bedeutet, dass sich etwas verändern wird: Ich werde mich verändern, mein Chef und meine Kollegen werden den Blick auf mich verändern, meine Rolle oder Aufgaben ändern sich, mein Erfolgsdruck verändert sich. 

Haben Sie genug Informationen gesammelt? Gibt es eine Aufbruchsstimmung im Team? Im Umfeld? Wer unterstützt Sie? Wer ist Freund und Verbündeter? Wer ist Widerständler? Der Widerständler ist übrigens nicht Ihr Feind, sondern ein Mensch, der einfach noch von Ihnen überzeugt werden will.

Wenn Sie reif für die Entscheidung sind, dann haben Sie auch die nötige Überzeugungskraft. Und die werden Sie nun brauchen – bei der Kommunikation der Entscheidung und, noch viel wichtiger, bei der Umsetzung!

Um Ihre Entscheidung überzeugend kommunizieren zu können, versetzen Sie sich in die Position Ihres Gegenübers und nehmen Sie seine Perspektive ein. Welches Bedürfnis hat Ihr Gesprächspartner im Zusammenhang mit Ihrer Entscheidung? Wenn Sie es beispielsweise mit einem sicherheitsorientierten Mitarbeiter zu tun haben, dann argumentieren Sie damit, dass Ihre Entscheidung wichtig ist, um die Zukunft des Unternehmens abzusichern.

Schritt 5: Umsetzen

Bei der Umsetzung der Entscheidung geht es um Schnelligkeit damit der gewünschte Erfolg sich schnell einstellt. Anders formuliert: „Wer bremst, verliert.“  Dazu brauchen wir eine Vorstellung von dem gewünschten Ergebnis. Diese Vorstellung zu teilen ist sehr wichtig. 

Erfreuen Sie sich an kleinen Fortschritten und bringen Sie sich in gute Stimmung. Und vergessen Sie nicht, den Fortschritt kritisch im Auge zu haben und nicht blind an der Entscheidung festzuhalten.

Schritt 6: Kontrollieren und Nachjustieren

Beobachten Sie regelmäßig den Erfolg Ihrer Entscheidung und bewerten Sie ihn nach dem Ampel-Prinzip. So haben Sie die Chance, Muster oder Glaubenssätze, die in Ihnen sind, durch tatsächliche Erfahrungen aus der Realität zu ersetzen. Das wird Ihre Persönlichkeit mutiger und selbstbewusster machen. 

Sollten Sie denken, „Es ist doch gar nicht so schlimm gewesen.“, dann feiern Sie Ihren Erfolg. Der Erfolg soll sich auch in Ihre Wahrnehmung einbrennen. Erfolg ist der wichtigste Antreiber für Erfolg. 

Gleichzeitig werden Sie nicht erfolgsverwöhnt, denn das ist der Anfang vom Ende des Erfolges. Nutzen Sie Ihre erfolgreichen Entscheidungen, um Glaubenssätze zu stärken und zu einer entscheidungsfreudigen Person zu werden. 

Beobachten Sie Ihre Muster und programmieren Sie immer wieder neu.

Schritt 7: Erfahrungen für nächste Entscheidungen

Glückwunsch, Sie haben die Entscheidung getroffen und umgesetzt.

Vergessen Sie nicht, dass Sie einen Grund hatten, warum Sie diese Entscheidung getroffen haben und dass diese Entscheidung Ihnen auch die Chance bietet, sich persönlich ein Stück weiterzuentwickeln. Mit jeder Entscheidung verwirklichen Sie sich selbst ein Stückchen mehr.  Mit jeder Entscheidung erreichen Sie, dass nicht andere über Sie entscheiden. 

Mit jeder Entscheidung werden Sie mehr und mehr zum Dirigent Ihres Lebens.

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Bettina Schaap
Als Inhaberin und Trainerin der Leaders Academy Bamberg – Würzburg ist sie Expertin rund um das Thema Leadership.