Selbstverantwortung in der Mitarbeiterführung
Selbstverantwortung ist der Schlüssel zu gelebtem Leadership. Sie entscheidet, ob wir von unserem Umfeld als Leitfigur akzeptiert werden oder nur „vorgesetzt“ sind. Doch was bedeutet das konkret? Entdecke die sechs Schlüsselbereiche, auf die du dich konzentrieren solltest, um mehr Selbstverantwortung in dein Führungsverhalten zu integrieren, und erhalte praktische Tipps, die dir auf diesem Weg helfen.
„Leadership is a choice – not a rank.“ Simon Sinek
In einer Welt, in der wir täglich mit einer Fülle an Informationen, Entscheidungen und Veränderungen konfrontiert werden, macht ein hohes Maß an Selbstverantwortung den entscheidenden Unterschied zwischen Gewinnen und Verlieren. Sie ist die Grundlage für persönliches Wachstum, beruflichen Erfolg und letztendlich für ein erfülltes Leben.
Ohne Selbstverantwortung keine Führung
Für Führungskräfte ist Selbstverantwortung von entscheidender Bedeutung, da sie nicht nur ihre eigenen Aufgaben und Ziele im Blick haben müssen, sondern auch für das Wohlergehen und die Leistungen ihres Teams verantwortlich sind. Wenn Mitarbeiter unzufriedenstellende Leistungen erbringen oder unmotiviert sind, kann dies direkt auf das Verhalten ihrer Führungskräfte zurückgeführt werden. Entsprechend sind Führungskräfte die Spiegel ihrer Mitarbeiter und müssen sich die Frage stellen, ob sie den eigenen Ansprüchen auch selbst gerecht werden. Selbstverantwortliches Handeln ist somit die Grundlage für erfolgreiche Führung und hat einen direkten Einfluss auf das Vertrauen, die Motivation und die Effektivität des Teams.
Selbstverantwortlich Führungskompetenzen entwickeln
„Leadership is a choice – not a rank.“ Auf Basis dieser Worte verdeutlicht Bestsellerautor Simon Sinek, dass es bei seiner Definition von Leadership primär um die proaktive Übernahme von Verantwortung geht. Gemäß seiner Aussage basiert Leadership nicht auf Macht oder Autorität, sondern auf persönlichen Kompetenzen, die andere inspirieren und dazu befähigen können, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Diese Kompetenzen zu entwickeln liegt in den Händen eines jeden selbst.
Insbesondere für ambitionierte Führungskräfte, die mehr als nur „Vorgesetzte“ sein wollen, ist es entsprechend wichtig, sich bewusst zu werden, in welchen der besagten Kompetenzbereiche selbstverantwortliche Weiterentwicklung gefragt ist. Die folgenden sechs Kompetenzbereiche können hierfür als Orientierungsrahmen dienen: Persönlichkeitsentwicklung, Leistungsfähigkeit, Produktivität, Kommunikation, Mitarbeiterführung, Organisation.
Persönlichkeitsentwicklung
„Für was trete ich an, was bringe ich dafür mit und in welchen Bereichen darf ich mich weiterentwickeln?“Leistungsfähigkeit
„Wie kann ich sicherstellen, ausreichend Energie und Kapazitäten für die Dinge zu haben, die mir wichtig sind?“Produktivität
„Wie schaffe ich es, in der mir zur Verfügung stehenden Zeit den größtmöglichen Beitrag zu leisten?“Kommunikation
„Wie kann ich sicherstellen, dass ich andere richtig verstehe und selbst richtig verstanden werde?“Mitarbeiterführung
„Wie stelle ich sicher, dass meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei möglichst hohem Wohlbefinden die bestmögliche Leistung erbringen können?“Organisation
„Was kann ich dazu beitragen, um auf organisatorischer Ebene einen positiven Einfluss zu nehmen?“
Die ersten Schritte zu mehr Selbstverantwortung im Führungskontext
Die Umsetzung von Selbstverantwortung in deiner Führungsrolle kann herausfordernd sein und erfordert Selbstreflexion, Disziplin und Ausdauer. Denn „practice what you preach“ ist einfacher gesagt als getan. Es ist nur menschlich, trotz der hohen Erwartungen an andere, die eigene Fehlbarkeit ab und an aus den Augen zu verlieren. Das darf allerdings keine Entschuldigung sein, um untätig zu bleiben und sich nicht weiterentwickeln zu wollen.
Die positiven Auswirkungen sind vielfältig. Selbstverantwortliche Führungskräfte schaffen nachgewiesenermaßen ein Umfeld von Vertrauen, Motivation und persönlichem Wachstum. Sie stärken die Bindung zu ihrer Organisation und fördern eine Kultur des Verantwortungsbewusstseins und des Engagements über die eigenen Reihen hinaus. Klingt vielversprechend, oder?
Um mehr in die Selbstverantwortung zu kommen, gilt es zunächst, einen liebevollen, aber ehrlichen Blick auf sich selbst zu richten. Du willst gleich in die Umsetzung gehen? Super! Folgend findest du für die sechs relevanten Kompetenzbereiche konkrete Handlungstipps, die dir den Start in einen selbstverantwortlichen Führungsstil erleichtern können:
1. Mache dir dein Wertesystem bewusst #Persönlichkeitsentwicklung
Unsere Werte sind die beste Grundlage, um auch in schwierigen Momenten gute Entscheidungen treffen zu können, mit denen wir uns langfristig wohlfühlen. Doch vielen Menschen ist gar nicht bewusst, welche Werte sie vertreten, geschweige denn wie sie diese Werte in ihre Führungsarbeit integrieren können.
Nutze die Wertetreppe als Tool, um dir dieses Wissen über dich selbst zu erschließen.
2. Ziehe eine Energiebilanz #Leistungsfähigkeit
Bevor du an deiner Leistungsfähigkeit arbeiten kannst, solltest du dir drei Fragen stellen: Was gibt dir Energie? Was raubt dir Energie? Und wie viel Raum gibst du den einzelnen Antworten in deinem Leben? So simpel und doch so gut. Auf Basis dieser Reflexion kannst du Maßnahmen ableiten, die dein Wohlbefinden und deine Leistungsfähigkeit maßgeblich steigern. Zumindest dann, wenn du die erlangten Erkenntnisse auch wirklich in deinen Alltag überführst. Dieser Schritt dient als Gradmesser für deine Selbstverantwortung. Nur du entscheidest, ob du die Steigerung deiner Leistungsfähigkeit in die Hand nimmst oder ob du trotz dieser Erkenntnisse nichts änderst.
3. Nimm deine Prioritäten unter die Lupe #Produktivität
Die Eisenhower-Matrix ist ein bewährtes Instrument, um einen produktiven Alltag zu gestalten. Sie unterstützt Führungskräfte dabei, bewusste Entscheidungen über ihre Prioritäten zu treffen und sich auf die Aufgaben zu konzentrieren, die den größten Mehrwert und Einfluss haben. Vermeide es jedoch, dich nur mit vermeintlich dringenden Aufgaben zu beschäftigen, die die wichtigen, aber nicht dringenden Aufgaben verdrängen. Genau hierin liegt die Herausforderung für viele Führungskräfte, die mit der Eisenhower-Matrix arbeiten. Denn häufig sind es genau diese Aufgaben, die den größten Unterschied für uns machen könnten. Um dieses Dilemma zu vermeiden, gibt es einen Trick:
Setze klare Grenzen, indem du dich selbst dazu verpflichtest, nur drei Punkte gleichzeitig im „dringend und wichtig“-Quadranten zu haben. Dadurch zwingst du dich dazu, sorgfältig abzuwägen, was Vorrang haben sollte.
Ergänze diese drei Prioritäten nun um einen Punkt aus dem „nicht dringend, aber wichtig“-Quadranten. Dabei sollte es sich um eine Aufgabe oder ein Ziel handeln, das einen entscheidenden Beitrag für dein Team, deine Projekte oder deine persönliche Entwicklung leisten kann, aber ohne dein Zutun nie zeitkritisch werden wird. Frage dich, „Was kann ich tun, um dieser Aufgabe mehr Priorität zu geben?“, und handle entsprechend. Künstlich erzeugter Druck über die Einbindung Dritter kann hierbei hilfreich sein.
4. Lerne neue Sprachen #Kommunikation
Gute Kommunikation basiert auf dem Verstehen und Verstanden werden. Als Führungskraft ist es deine Aufgabe, die Sprache deiner Mitarbeiter zu lernen und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, deine Sprache besser zu verstehen. Denn wir alle haben andere Verhaltenspräferenzen und Bedürfnisse, die entsprechend adressiert werden müssen, um gegenseitiges Verstehen sicherzustellen. Dieser Entwicklungsprozess liegt in deiner Verantwortung als Führungskraft. Es gibt spannende Tools, die sich genau mit dieser Basisarbeit beschäftigen und deine Aufmerksamkeit verdienen (z.B. DISG-Persönlichkeitsmodell oder Reiss Motivation Profile®).

5. Erkenne deine blinden Flecken #Mitarbeiterführung
Um deine Selbstverantwortung in der Mitarbeiterführung zu stärken, ist es essentiell, dich transparent mit deinen Stärken und Schwächen als Führungskraft auseinanderzusetzen und dich nicht vor dem Feedback der Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzten zu scheuen. Sei offen für konstruktive Kritik und nutze sie als wertvolle Ressource für deine Selbstreflexion. Ein erster Schritt könnte bereits sein, fünf ausgewählte Personen aus deinem professionellen Umfeld persönlich nach Stärken und Entwicklungspotenzialen als Führungskraft zu fragen und auf Basis dessen erste Verhaltensanpassungen vorzunehmen. Schließlich kann niemand wachsen, ohne seine Entwicklungspotenziale zu kennen.
6. Entwickle eine klare Vision #Organisation
Bevor du dich mit Strategien, Organigrammen oder neuen Strukturen befasst, solltest du eine klare Vision vor Augen haben. Wo möchtest du dein Unternehmen oder deine Abteilung in zwei, fünf oder zehn Jahren sehen? Indem du deinen Nordstern definierst, legst du den Grundstein für deinen Erfolg. Erst auf Basis dessen lohnt es sich, darüber nachzudenken, welche Schritte du unternehmen musst, um deine Entwicklung in diese Richtung zu lenken und welche Veränderungen hierfür notwendig sind. Eine klare Zukunftsvision ist ein wesentlicher Bestandteil des Leaderships und liegt in der Verantwortung der Führungsebenen. Somit liegt es an dir, diese Vision zu entwickeln und auf eine Weise nach außen zu tragen, die deine Mitmenschen dazu bewegt, dich in der Verwirklichung dieser Vision begleiten zu wollen.
Diese Tipps dienen lediglich als erste Anregungen, um dich zum Handeln und zur selbstverantwortlichen Weiterentwicklung zu inspirieren. Leadership beginnt bei dir. Nutze dein Potenzial, um sowohl für dich selbst als auch dein Umfeld einen positiven Unterschied zu machen. #bealeader

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